Ein perfekter Wiener Sommertag beginnt nicht mit dem Wecker, sondern mit dem Licht. Wenn es durch die Fenster fällt und der Tag sich noch offen anfühlt, ist es Zeit aufzubrechen.
Morgen: Le Pic oder Café Schwarzenberg
Der beste Einstieg in den Tag gelingt bei Le Pic am Dr.-Karl-Lueger-Platz: französische Brasserie-Kultur, frisch gebackenes Brot aus der eigenen Boulangerie, Croissants, Éclairs, ein guter Kaffee.
Wer es wienerischer mag, geht ins Café Schwarzenberg am Kärntner Ring: seit 1861, Zeitungen aus aller Welt, Melange, Strudel. Beides richtig.
Vormittag: Naschmarkt oder Karmelitermarkt
Der Naschmarkt am späten Vormittag, wenn der erste Ansturm vorbei ist und die Händler Zeit für ein Gespräch haben. Orientalische Gewürze, frischer Fisch, Käse aus der ganzen Welt, lokale Bauern freitags und samstags.
Wer lieber ins Grätzel geht: der Karmelitermarkt im zweiten Bezirk am Samstagmorgen, wenn der Bauernmarkt läuft. Danach ein Stopp bei Le petit Bazar: bretonische Galettes, französische Feinkost, ein Glas auf den Platz.
Mittagspause: Nirvana, Shanghai Tan oder Napolino
Für den Mittagshunger gibt es viele richtige Antworten: Nirvana auf der Rotenturmstraße für indische Küche, die es in Wien selten so präzise gibt. Shanghai Tan in der Gumpendorfer Straße für handgezogene Bang-Bang-Nudeln und Sushi mit Tiefe. Oder einfach eine Pizza bei Napolino neben der Staatsoper.
Nachmittag: Glacis Beisl oder Gelato Carlo
Das Glacis Beisl im Museumsquartier für einen langen Nachmittagskaffee im Garten: grüne Oase mitten in der Stadt. Oder ein Eis: Gelato Carlo am Hamerlingplatz, wo der Besitzer kein Eis macht, sondern Gelato. Oder Tichy am Reumannplatz für die legendären Eismarillenknödel.
Früher Abend: Aperitivo bei Alexandra Bar oder Pastamara
Kurz vor sechs, wenn die Hitze nachlässt und die Stadt aufatmet: Aperitivo. Die Alexandra Bar in der Seilergasse für Signature Cocktails und italienische Kleinigkeiten. Das Pastamara im Ritz-Carlton für den Ritz Spritz und Arancini. Oder Bar Louu in der Zieglergasse für Naturwein und Schinken-Käse-Toast.
Abend und Mitternacht
Für den Abend gibt es keine falsche Wahl, nur eine persönliche. O boufés an der Dominikanerbastei für Naturwein und präzise Küche von Konstantin Filippou. DAST in der Lacknergasse für österreichische Tapas und Wein aus der hauseigenen Vinothek. Wildling in der Laudongasse für saisonale Kompositionen im Gewölbekeller.
Wer noch nicht nach Hause will, geht ins Skopik & Lohn in der Leopoldsgasse: weiß eingedeckte Tische auf dem Gehsteig, schummriges Licht, ein letztes Glas. Oder in die King's Bar am Ruprechtsplatz, wenn der Abend zur Nacht werden soll.
Wien im Sommer hört nicht auf. Man muss nur wissen, wo man anfängt.